Finanzen im Griff haben: So schaffst Du es

Es gibt Menschen die es gelernt haben mit Geld umzugehen. Andere wiederum leben ein Leben in dauerhafter Verschuldung und finanziellem Mangel. Seine Finanzen im Griff haben und darüber hinaus Rücklagen zu bilden und zu investieren, gelingt vielen nicht.

Finanzen im Griff haben

Für mich ist das Thema Geld und Finanzen eines der Lieblingsthemen und eines meiner Schwerpunkte in der Persönlichkeitsentwicklung. Doch auch mir wurde der verantwortungsvolle Umgang mit Geld und Ressourcen nicht in die Wiege gelegt.

Über Jahre habe ich mir die „finanzielle Intelligenz“, wie ich es nenne, angeeignet. In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du Deine Finanzen im Griff haben wirst.

Finanzen im Griff haben: Eine Bestandsanalyse

Machen wir uns nichts vor. Der Durchschnittsarbeiter in Deutschland hat entweder geringe oder gar keine finanziellen Rücklagen. Es werden Monat für Monat langfristige Konsumentenkredite getilgt. In den meisten Fällen wird das eigene Kraftfahrzeug abbezahlt.

Der Kredit für das Auto stellt dabei den größten Posten dar. Hier gehe ich bewusst nicht auf eine Immobilienfinanzierung ein. Der Erwerb einer Immobilie ist eine Investition und dient dem Vermögensaufbau.

Ob man monatlich die Miete bezahlt oder seine selbstgenutzte Immobilie finanziert, wirkt sich auf den Cashflow nicht aus. Neben dem Kredit für das Auto kommen in der Regel weitere monatliche Finanzierungen.

Es werden Sachen wie die Küche, der Fernseher, der Personal Computer, der Tabletrechner oder das Smartphone finanziert. Im schlimmsten Fall werden alle diese Konsumgüter gleichzeitig auf Pump gekauft.

Und weil der monatliche Cashflow gering oder oft nicht vorhanden ist, verschuldet man sich mit der Kreditkarte. Der dort zur Verfügung gestellte Rahmen wird verwendet um den Urlaub zu finanzieren oder weitere Konsumgüter zu kaufen.

Alle Banken und Kreditkartengesellschaften bieten eine Ratenzahlung an, so dass dabei eine weitere monatliche Rate zu den bereits vorhandenen hinzukommt. Als ein weiterer Schuldenfaktor kommt der Dispositionskredit der Bank hinzu.

Dieser ist, wie eine Kreditkarte, auf den ersten Blick sehr bequem. Er ist schnell eingerichtet und bietet einen Verfügungsrahmen, den man flexibel in Anspruch nehmen kann. Doch wieder wird das monatliche Budget zusätzlich belastet.

Doch weil man bereits über das nötige Maß hinaus verschuldet ist, bewegt man sich in einem ständigen negativen Saldo. Viele schaffen es nicht, auch nur geringe Rücklagen zu bilden und somit eine minimale finanzielle Sicherheit zu schaffen.

Es wird buchstäblich auf Pump konsumiert und gelebt. Diese Situation kann auch nur solange gut gehen, bis das monatliche Gehalt regelmäßig überwiesen wird.

Doch wie würde die Situation bei einem Lohnausfall aussehen?

Der Einkommensausfall

Finanzen im Griff haben

In den letzten zehn Jahren hatte ich genau einmal einen Einkommensausfall. Es war Anfang 2009 als mir die Agentur für Arbeit unberechtigterweise eine Sperre verhängte und das Arbeitslosengeld nicht überwies.

Die Sperre dauerte jedoch nicht lange, da ich mit meinem Widerspruch prompt reagierte und rechtliche Schritte ankündigte. Nach 10 Tagen wurde die Sperre aufgehoben und das AG I überwiesen.

Da ich ein kleines Finanzpolster hatte, konnte ich den Ausfall einigermaßen abdämpfen ohne mich zu verschulden oder in die Zahlungsunfähigkeit abzurutschen. Doch habe ich es ganz anders bei Menschen erlebt, die nicht ihre Finanzen im Griff haben.

Einige Jahre später konnte ich bedauerlicherweise miterleben, was ein kompletter Lohnausfall bei vielen Menschen bewirken kann. Der Arbeitgeber bei dem ich damals beschäftigt war, gewann einen Großauftrag.

Die Auftragsübernahme hatte auch die Übernahme des Großteils der Belegschaft vom vorhergehenden Dienstleister zur Folge. Dieser war jedoch über den Auftragsverlust ganz und gar nicht begeistert. Schließlich ging ein Millionenauftrag verloren.

Da beschloss das Unternehmen – als einen letzten großen Racheakt – einfach den letzten Lohn an die ehemaligen Beschäftigten nicht zu überweisen. Ich war damals Zeuge dieser Ereignisse. Meine neuen Kolleginnen und Kollegen kamen zur Arbeit und waren außer sich.

Über 100 Beschäftigte hatten ihren letzten Lohn nicht überwiesen bekommen. Es wurde hin und her telefoniert, manche reagierten panisch, ja, teilweise wurden Drohungen ausgesprochen. Die meisten äußerten, dass sie ihre Miete und das Essen nicht bezahlen können.

Diese leidige Geschichte ging zum Glück bald zu Ende. Der neue Arbeitgeber, also der bei dem ich beschäftigt war, überwies unbürokratisch und auf Kulanz einen Vorschuss an alle Betroffenen. Somit konnten die Beschäftigten erstmal aufatmen.

Finanzen im Griff haben: 5 Tipps

Doch das Ereignis zeigte mir die verheerende Situation im Umgang mit dem Geld und den Finanzen. Es offenbarte auch meine vielfach bestätigte Theorie, dass weit über 50 % der Beschäftigten nur sehr geringe finanzielle Rücklagen besitzen.

Im Folgenden zeige ich Dir 5 Tipps mit denen Du Deine Finanzen im Griff haben wirst.

  • Keine Schulden
    Sorge dafür, dass Du schuldenfrei haushaltest. Falls Du zu überschuldet sein solltest, erstelle für Dich einen dauerhaften Plan, wie Du Deine Schulden abbauen kannst.
  • Überprüfe kritisch Deine Ausgaben und Deinen Konsum
    Viele Menschen haben einen geringen Cashflow, weil sie zu viel Geld für Dinge ausgeben die sie nicht brauchen. Überlege Dir genau, ob Du jedes Jahr ein neues Smartphone für 800 Euro brauchst. Muss es auch ein Smartphone für 800 Euro sein? Reicht nicht eines für 500 Euro? Brauchst Du unbedingt ein Personal Computer für 1500 Euro? Würdest Du nicht auch mit einem PC für 700 Euro auskommen? Brauchst Du gleichzeitig einen PC, ein Notebook und einen Tabletcomputer?
  • Keine Ratenfinanzierungen
    Jede Finanzierung schmälert Deinen monatlichen Cashflow. Je mehr Du abbezahlst, desto weniger kannst Du an Rücklagen bilden und Vermögen aufbauen. Und bei einer unerwarteten Notsituation – beispielsweise einem Lohnausfall – hast Du ein Risiko mehr.
  • Kein Dispositionskredit
    Diesen Tipp wird kein Banker gerne lesen. Doch ein Dispokredit ist so ziemlich das schlechteste Bankprodukt was es gibt. Mit durchschnittlich 10 % Zinsen zahlst Du hier einen horrenden Zinssatz. Diese Art von Verschuldung kannst Du vermeiden.
  • Führe ein Haushaltsbuch
    Du kannst optimal Deine Finanzen im Griff haben in dem Du ein Haushaltsbuch führst. Dazu erfährst Du im nächsten Kapitel mehr.

Haushaltsbuch führen

Finanzen im Griff haben

Ein Haushaltsbuch regelmäßig zu führen, erscheint für die meisten viel zu zeitaufwendig. Jeden Tag seine Ausgaben penibel zu notieren, jeden Euro und jeden Cent aufschreiben. Für über 98 % der Menschen wäre das schlicht undenkbar.

An dieser Stelle muss ich mich outen. Ich führe seit dem 01.07.2015 regelmäßig ein Haushaltsbuch. Tag für Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr, werden alle Ausgaben notiert. Jeder Euro und jeder Cent wird vermerkt.

Ein Haushaltsbuch? Das ist doch was für Spießer!

Zugegeben, wenn ich davon erzähle, dass ich ein Haushaltsbuch führe, gucken mich viele Menschen verdutzt an. Sehr leicht wird man in die Spießerecke gedrängt. Noch hat mich niemand als Geizhals bezeichnet.

Doch betrachten wir das Ganze mal pragmatisch. Wie läuft es in einem Unternehmen ab?

Um erfolgreich und wirtschaftlich zu funktionieren, muss ein Unternehmen einen genauen Überblick über seine Zahlen haben. Dazu gibt es die Finanzbuchhaltung als Teil des betrieblichen Rechnungswesens.

Dort werden alle unternehmensbezogenen Vorgänge, die sich in Zahlenwerten ausdrücken lassen, erfasst und auf Konten gebucht. Es findet eine umfangreiche Dokumentation statt. Stellen wir uns mal vor, es gäbe ein solches System nicht.

Wie könnte man ohne die Fibu die Finanzen im Griff haben? Wie lange könnte ein Unternehmen ohne eine Finanzbuchhaltung bestehen? Vermutlich nicht sehr lange. Das Gleiche ist auch im privaten Bereich der Fall.

Die Tatsache, dass die meisten Menschen kein Haushaltsbuch führen, bedeutet nicht, dass dieses nicht notwendig wäre. Gerade aus der Tatsache heraus, dass die Einnahmen und Ausgaben nicht erfasst werden, haben so viele Schwierigkeiten mit ihren Finanzen.

Nur mit einem Haushaltsbuch wird man seine Finanzen im Griff haben. Man kann das Haushaltsbuch so wie ich, mit einem Tabellenkalkulationsprogramm wie dem LibreOffice Calc, erstellen.

Man kann aber auch auf professionelle Lösungen zurückgreifen. Lexware FinanzManager Deluxe 2018*.

Fazit

Das Thema Finanzen ist komplex und wird oft kontrovers diskutiert. Was für den einen ganz normal ist, erscheint für den anderen undenkbar. Dort wo jemand Geld ausgibt ohne nachzudenken, spart ein anderer eisern.

Der eine holt sich jeden Morgen sein Frühstück und seinen Kaffee an der Tankstelle, der andere vermeidet solche Einkäufe und bereitet sein Frühstück selbst zu. Der eine gibt Geld für Zigaretten aus, der andere schont die Gesundheit und spart Geld in dem er mit dem Rauchen aufhört.

Daher gehen die Meinungen beim Thema Geld so oft so weit auseinander. Ich habe dazu freilich meine eigene Meinung und meinen eigenen Umgang mit dem Geld. Für mich persönlich ist mein Modell das Beste.

Ich habe mir mein Modell der finanziellen Unabhängigkeit über Jahre erarbeitet. Sehr viele Tipps und Tricks habe ich mir von anderen Finanzexperten geholt. Mein finanzieller Lebensstil erlaubt es mir heute, selbstbewusster und sicherer durchs Leben zu gehen.

Genauso wie man auf seine Gesundheit, seine Ernährung, seine persönliche und berufliche Bildung achten sollte, sollte man auch auf seine Finanzen achten. Ein ausgereiftes Bewusstsein über den Umgang mit Finanzen hat nichts mit Geiz zu tun.

Die berufliche und persönliche Freiheit ist eng mit der finanziellen Freiheit verknüpft. Nur ein Arbeitnehmer der über genügend finanzielle Rücklagen verfügt, macht sich nicht von einem Arbeitgeber oder einer Arbeitsstelle abhängig.

Er kann flexibler reagieren und in Zeiten von Arbeitslosigkeit und Not besser agieren. Ein verschuldeter Arbeitnehmer wird seine Kreditraten immer wie ein Damoklesschwert über sich haben.

Letztendlich wird nur ein finanzbewusster Mensch das nötige Vermögen für eine Existenzgründung aufbauen können. Die Geschichte hat gezeigt, dass nur Menschen die ihre Finanzen im Griff haben, auch erfolgreiche Gründer und Unternehmer werden.

Die persönliche finanzielle Freiheit sollte jedem wichtig genug sein, um sich diesem Thema ausführlich zu widmen.


Literaturempfehlung zum Thema: Norbert D. Frank, Mehr vom Geld – Finanzielle Ziele erreichen durch erfolgreiches Geldmanagement im Alltag, Amazon*

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Sladjan Lazic

Sladjan ist leidenschaftlicher Schreiber und Gründer von Karriereboss.de. Interessiert an den Themen Wirtschaft, Geschichte, Informatik und vielen anderen, schreibt er über gesellschaftliche Themen.