Sieben Jahre das gleiche Smartphone: Es muss nicht immer das neueste Modell sein

Dass geregelte Finanzen sehr eng mit der beruflichen Unabhängigkeit zusammenhängen und deren Voraussetzung sind, darüber habe ich ausführlich in dieser Artikelreihe geschrieben. Es beginnt bereits mit dem Morgenkaffee an der Tankstelle oder in der Bäckerei und setzt sich mit dem Mittagessen im Fastfoodrestaurant fort. Täglicher unorganisierter und unüberlegter Konsum kann Mehrkosten von mehreren hundert Euro im Monat mit sich bringen. Dieses Geld muss erstmal erarbeitet werden und bestimmt darüber wie und wie oft Du arbeiten musst. Und hier beginnt die berufliche und finanzielle selbstgewählte Sklaverei – wie ich das gerne sage.

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Wie Du beim Smartphonekauf rational vorgehst und jedes Jahr mehrere hundert Euro sparst.

Worst-Case-Szenario

Ende 2017 begann ein Rechtsstreit mit meinem damaligen Arbeitgeber, der sich über mehrere Monate hinziehen sollte. Was war passiert? Mitte Dezember 2017 zerstritten wir uns in Fragen der Überstunden und der Arbeitgeber kündigte daraufhin fristlos – unter fadenscheinigen Begründungen.

Parallel zur fristlosen Kündigung behielt die Firma meinen Lohn vom November zurück. Im Dezember gab es schon mal kein Geld. Daraufhin habe ich sofort eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht eingereicht. Doch erstmal musste ich natürlich warten. Mittlerweile hatten wir den Januar und auch der Lohn vom Dezember wurde vom Arbeitgeber zurückgehalten.

Man wollte mir damit quasi einen Dämpfer verpassen und zeigen, „wo der Hammer hängt.“

Zu den zwei ausstehenden Monatsgehältern kam die nächste Katastrophe – ich bekam eine dreimonatige Sperre bei der Agentur für Arbeit. Begründung: Das Arbeitsverhältnis wurde fristlos gekündigt und die Agentur geht automatisch vom Eigenverschulden bei der Kündigung aus. Erst wenn ich den Rechtsstreit vor Gericht gewinne, kann ich die Beiträge für das Arbeitslosengeld I rückwirkend fordern.

Die Situation war alles andere als angenehm:

Zwei Monate ohne Lohn plus drei Monate ohne Arbeitslosengeld.

Ganze fünf Monate ohne Geld mit nur geringen Einnahmen aus der nebenberuflichen Selbständigkeit, die bei weitem nicht zum Leben reichten. Ich sah mich mit dem Worst-Case-Szenario konfrontiert.

Finanziell handlungsfähig bleiben

Mein früheres Ich vor zehn Jahren müsste in diesem Fall voraussichtlich in die Privatinsolvenz gehen. Ich hätte meine Miete und alle Rechnungen nicht zahlen können und wäre bankrott. Doch durch eine sparsame, rationale und vorausschauende Lebensweise und den richtigen Umgang mit Geld – kannst Du auch in solchen Katastrophensituationen Deine Rechnungen begleichen.

Du bist in der Lage eine finanzielle Katastrophe abzuwenden. Mehr noch – Du kannst handlungsfähig bleiben. Wie Du für einen ordentlichen Cashflow sorgst und Deine Finanzen regelst, habe ich in der Artikelreihe Finanzielle Freiheit: Weniger arbeiten, mehr leben geschrieben.

Andere Bloggerkollegen von mir nennen den Cashflow auch mal als „Fuck you-money“ oder „strategische Reserve“. Dieses Vermögen baust Du Dir natürlich während Deines aktiven Erwerbslebens, d. h. jeden Monat legst Du Geld zur Seite, um am Tag X – wie in meinem Fall – nicht mittellos dazustehen.

Somit bleibst Du finanziell unabhängig und handlungsfähig. Noch wichtiger: Du bist nicht gezwungen, jeden auch noch so prekären Job anzunehmen, sondern kannst in Ruhe nach einer ordentlichen Arbeit suchen.

Simple Rechnung

Jetzt kommen wir zum Kernthema dieses Blogartikels, in dem es um mein iPhone 4 geht. Das Smartphone habe ich 2012 gekauft und benutze es heute noch. Zugegeben, nur noch als Zweithandy. Zwischendurch habe ich mir zweimal Samsung-Modelle (Galaxy S5 und Galaxy S7) gekauft. Das Galaxy S5 habe ich inzwischen in gebrauchtem Zustand verkauft.

Deine finanzielle Freiheit und berufliche Unabhängigkeit liegt in der Vermeidung von Luxus. An dieser Stelle fasse ich die fiktiven Kosten in sieben Jahren zusammen, die der durchschnittliche Arbeitnehmer für Smartphones ausgibt. Der Durchschnitt der Smartphonenutzer holt sich alle zwei Jahre ein Topmodell für 900 Euro. In acht Jahren ergibt das 3600 Euro.

Hier fasse ich meine Kosten für Handys der letzten acht Jahre zusammen:

2012:520,00 €iPhone 4
2014:480,00 €Samsung Galaxy S5
2018:330,00 €Samsung Galaxy S7
Gesamt:1330,00 €

Wie Du sehen kannst, habe ich eine Ersparnis von 2270 Euro. Und eine solche Summe kann in Notsituationen wie Lohnausfällen existenzrettend sein. Und da sind andere Sparelemente wie Auto oder Lebensmittel gar nicht berücksichtigt. Dabei ist es nicht einmal eine Kunst und erfordert keinen Verzicht oder gar die Nutzung eines Smartphones über mehr als drei Jahre.

Einfach nicht immer das Topmodell für 900 oder 800 Euro kaufen, sondern ein paar Monate warten und sich dann vergünstigte Modelle holen. Oder ein Smartphone als Zweithandy mehrere Jahre nutzen. Wie im Fall meines iPhone 4 reicht es zum Telefonieren allemal, auch wenn aktuelle Apps nicht mehr darauf laufen.

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Sladjan Lazic

Sladjan ist Blogger aus Leidenschaft und Gründer von Karriereboss.de. Interessiert an den Themen Wirtschaft, Geschichte und Informatik, bloggt er seit 2017 über Arbeit, Karriere und digitale Medien. Zuvor war er 17 Jahre als Fachkraft für Schutz und Sicherheit in der Sicherheitswirtschaft tätig.
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