Diese Fehler im Bewerbungsgespräch sind fatal

Fehler im BewerbungsgesprächDu hast die Bewerbung sorgfältig verfasst und schnell eine Antwort erhalten. Ein gutes Zeichen. Der erste Kontakt mit dem Unternehmen war sehr positiv. Aus Deiner Sicht lief alles gut und Du hast Dir keine Fehler im Bewerbungsgespräch geleistet.

Doch nach einigen Tagen kam der Brief ins Haus geflattert – die Absage. Was war denn nun passiert? Es lief doch alles so gut.

Viele Bewerber machen oft unbewusste Fehler im Vorstellungsgespräch, die im ersten Augenblick harmlos erscheinen. Doch ein kritischer Personaler merkt sich diese und sortiert am Ende gnadenlos aus.

Somit werden Dir Deine Fehler zum Verhängnis und Du bekommst den Job nicht. In diesem Artikel findest Du die häufigsten Fehler im Bewerbungsgespräch, die Du unbedingt meiden solltest.

Fehler im Bewerbungsgespräch: Unpünktlichkeit

Es gibt Bewerber die sich bereits im Vorfeld eines Bewerbungsgespräches selbst disqualifizieren. Indem sie zu spät kommen und das Unternehmen nicht telefonisch darüber verständigen. Da helfen auch keine langen Erklärungen über die S-Bahn-Störung oder den Stadtverkehr.

Von einem potentiellen Mitarbeiter wird nun mal erwartet, dass er in der Lage ist, Termine einzuhalten und genug Zeit einzuplanen. Wenn schon der erste Termin nicht wie vereinbart eingehalten wurde, wie wird dieser Bewerber in der Zukunft seine Termine einhalten?

Andererseits kann ein zu frühes Erscheinen auch einen negativen Eindruck hinterlassen. Wenn der Personaler sehr beschäftigt ist und Du eine halbe Stunde früher da bist, wird ihn das nicht gerade erfreuen. Somit setzt Du ihn in gewisser Weise unter Druck.

Ein gutes Zeitfenster sind zehn Minuten vor dem Bewerbungsgespräch zu erscheinen.

Unpassende Kleidung

Fehler im BewerbungsgesprächSo bizarr das auch klingt, aber es gibt tatsächlich Zeitgenossen, die in T-Shirt mit der Aufschrift „PORNOSTAR“ oder „ICH HASSE ARBEIT“ zum Bewerbungsgespräch erscheinen.

Dass dazu kein, aber gar kein Kommentar notwendig ist, liegt auf der Hand.

Man sollte im Leben authentisch sein, doch auch hier gibt es klare Grenzen. Man kann eben nicht immer und überall seiner Kreativität und seinem Humor freien Lauf lassen.

Wenn Du nicht weißt, wie Du Dich zum Vorstellungsgespräch kleiden solltest, komme lieber overdressed als underdressed.

Zu viel Smalltalk

Du hast es pünktlich zum Termin geschafft und baust eine lockere Atmosphäre auf, in dem Du selbstbewusst Smalltalk betreibst. Das ist gut so. Doch Vorsicht, zu viel davon vermasselt Dir das Gespräch sehr schnell.

Du solltest nicht von Deinen privaten Angelegenheiten oder Deinem letzten Urlaub erzählen. Das interessiert keinen Menschen und lässt Dich sehr unprofessionell wirken. Beschränke Dich auf das Wesentliche und auf die Job-relevanten Themen.

Zu viele auswendig gelernte Phrasen

Es ist immer gut ein paar vorbereitete Schlagworte parat zu haben. Auch ich benutze diese immer wieder. Doch wenn das ganze Bewerbungsgespräch nur aus diesen besteht, fragt sich Dein Gegenüber, ob Du keinen eigenen Standpunkt hast.

Ein typisch auswendig gelernter Satz lautet: „Während meiner langjährigen Tätigkeit bei meinem jetzigen Arbeitgeber, lernte ich den Umgang mit Menschen.“ Das klingt genauso abgedroschen wie die Standardformulierung in einer Bewerbung: „Hiermit bewerbe ich mich zum …“

Auch eine übermäßig hohe Anzahl an verwendeten Fachbegriffen kann nach hinten losgehen. Wenn Du also von „eklatanten Unterschieden“ referierst, solltest Du auch die Frage beantworten können, was eklatant eigentlich bedeutet.

Keine plausible Erklärung für den Jobwechsel

Jedes seriöse Unternehmen wird Dich danach fragen, warum Du den Job wechselst. Dabei solltest Du emotionale Gründe, wie z. B. Ärger am Arbeitsplatz, nicht erwähnen. Wenn Du viele Jahre an einem Standort verbracht hast, kannst Du sagen, dass Du einen Ortswechsel brauchst.

Auch die fehlenden Aufstiegschancen beim derzeitigen Arbeitgeber oder der Wohnortwechsel sind als Erklärung passend.

Nur eigene Stärken hervorheben

Sehr gerne fragt man den Bewerber nach den eigenen Vorzügen und Schwächen. Das Letztere wird aber nicht so gerne erwähnt. Stattdessen redet man nur über seine Stärken. Jeder muss sich so gut wie möglich verkaufen und Eigenmarketing betreiben.

Doch eine Selbstbeweihräucherung unter Ausblendung der eigenen Schwächen ist kontraproduktiv. Es gibt keine perfekten Menschen und keine perfekten Bewerber. Warum solltest Du da eine Ausnahme sein?

Wenn Du Deine Schwächen kaschierst, kannst Du schnell als Blender gelten. Benenne Deine Schwächen ehrlich und erkläre wie Du an diesen arbeitest.

Zu hohe Forderungen stellen

Jeder muss seinen Wert kennen und sollte sich nicht unter seinem Wert verkaufen. Doch überzogene Forderungen in Sachen Gehalt sind fehl am Platz.

Es gilt, wie bei allen Dingen im Leben, das richtige Maß zu finden. Gemessen an Deiner Qualifikation und Deinen Fähigkeiten, gilt es, einen für Dich guten Deal zu erreichen.

Keine Fragen an das Unternehmen

Zum Ende des Gespräches wirst Du danach gefragt, ob Du Fragen zur ausgeschriebenen Stelle oder dem Unternehmen hast. Das Schlimmste was Du hier tun kannst, ist, keine Fragen zu haben. Das wird Dir als Desinteresse ausgelegt.

Es empfiehlt sich, Dir im Vorfeld zu überlegen was Du fragen könntest. Hier kannst Du ruhig die Fragen auswendig lernen.

Schlechter Eindruck beim Abschied

Du hast das Bewerbungsgespräch souverän gemeistert. Es bleiben nur noch wenige Minuten, dann hast Du es hinter Dir. Doch dann überstürzt Du es und möchtest Dich so schnell wie möglich verabschieden.

Bei Deinem Gegenüber wirkt das so, als wolltest Du Hals über Kopf die Flucht ergreifen. Du solltest Dich auf jeden Fall für die Einladung und das Gespräch bedanken. Ein überstürzter Abgang bleibt dem Personaler in Erinnerung und multipliziert Deine Fehler im Bewerbungsgespräch.

Fazit

Fehler im Bewerbungsgespräch können folgenreich sein. Doch sie lassen sich durch gründliche Vorbereitung umgehen. Die meisten Bewerber sind im Vorstellungsgespräch nervös und das ist auch ganz normal.

Hier sollte man direkt dazu stehen und nicht versuchen, durch vorher auswendig gelernte Floskeln oder gar unpassende Sprüche zu punkten. So etwas entgeht den Gesprächspartnern nicht und kommt ganz und gar nicht gut an.

Dazu eine kleine Geschichte. Der sowjetische Raumfahrer Juri Alexejewitsch Gagarin war einmal zu einer Audienz bei der britischen Königin. Als er beim Essen das viele Edelbesteck sah, wusste er nicht wie die Tischetikette in einem Königshaus ist. Es hatte ihn niemand darauf vorbereitet.

Also wandte er sich direkt an die Queen und sagte: „Eure Majestät, ich bin ein einfacher Pilot und weiß nicht, wie ich mit diesem edlen Besteck umgehen sollte.“ Daraufhin lächelte die Queen und entspannte somit die Situation.

Wie man sieht, geht es sogar weltberühmten Menschen so, dass sie mal in eine unbeholfene Situation kommen. Wichtig ist nur, dass man souverän bleibt und das Beste daraus macht.


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Sladjan Lazic

Sladjan ist leidenschaftlicher Schreiber und Gründer von Karriereboss.de. Interessiert an den Themen Wirtschaft, Geschichte, Informatik und vielen anderen, schreibt er über gesellschaftliche Themen.