Britisches und amerikanisches Englisch: Wichtige Unterschiede

„Lorry“ oder „truck“? „Sweets“ oder „candy“? „Flat“ oder „apartment“? „Organise“ oder „organize“? „Metre“ oder „meter“? Die Liste ließe sich fast endlos fortsetzen. Obwohl sie denselben Ursprung haben, haben britisches und amerikanisches Englisch ihre Unterschiede. Während Muttersprachler bei ihrer Varietät bleiben, entwickeln Nichtmuttersprachler ihren eigenen Mix und verwenden sowohl britisches als auch amerikanisches Englisch. Dazu kommen Varietäten die in ehemaligen britischen Kolonien wie Kanada, Australien, Neuseeland und Indien gesprochen werden. Bedingt durch die US-Filmindustrie und das Internet, hat amerikanisches Englisch eine deutlich größere Verbreitung als das Commonwealth English. Dieser Artikel zeigt wichtige Unterschiede zwischen dem britischen und dem amerikanischen Englisch.

amerikanisches Englisch

Britisches und amerikanisches Englisch: Zwei ungleiche Zwillinge

Die englische Sprache erlebte während der Ausdehnung des British Empire eine weltweite Verbreitung. Über Afrika, Indien, Südostasien bis nach Ozeanien. Amerikanisches Englisch entwickelte sich im Zuge der Unabhängigkeitsbestrebung nach der Besiedlung Amerikas.

amerikanisches EnglischDie 13 britischen Kolonien proklamierten im Jahr 1776 die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: Declaration of Independence; offiziell: The Unanimous Declaration of The Thirteen United States of America).

Diese leitete die Loslösung von Großbritannien ein und ebnete die Entwicklung einer eigenen, amerikanischen Varietät der bis dahin einheitlichen englischen Sprache. Obwohl die gegenseitige Verständlichkeit gegeben ist, unterscheidet sich amerikanisches Englisch vom britischen in der Aussprache, im Wortschatz und teilweise in der Grammatik, der Rechtschreibung und der Zeichensetzung.

Einige Wörter werden jeweils nur in der einen Varietät verwendet und sind in der anderen nicht existent. Ein Beispiel dafür ist der elevator in den USA, der im Vereinigten Königreich lift heißt. Soccer wird in den USA für Fußball verwendet, in Großbritannien sagt man football.

Bei der Aussprache müssen regionale Unterschiede berücksichtigt werden. Selbst innerhalb Großbritanniens und den USA gibt es regionale Akzente. Ein New Yorker und ein Texaner sprechen beide amerikanisches Englisch, jedoch mit unterschiedlichen Akzenten.

Genauso unterschiedlich sind die Akzente in London und Manchester in England.

Kondom oder Radiergummi?

Um unangenehme Missverständnisse im Geschäftsleben zu vermeiden, sollte man Business Englisch lernen.

Schauen wir uns dazu einige Beispiele an.

1. Ein amerikanischer Kollege sagt „I’d like to table this topic“. Was meint er damit?

Amerikanisches Englisch: „Table a topic“ bedeutet, ein Thema auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
Britisches Englisch: Ein Thema auf die Tagesordnung setzen.

2. Ein amerikanischer Kollege bittet einen anderen Kollegen, „reach out to Paul“. Was bedeutet das?

Amerikanisches Englisch: „Reach out to someone“ bedeutet, eine Person zu kontaktieren.
Britisches Englisch: Im britischen wird der Ausdruck ebenfalls verwendet, wird aber von vielen nicht gemocht.

3. Ein amerikanischer Kollege sagt „What’s up“? Was möchte er damit fragen?

Amerikanisches Englisch: In den USA wird mit dieser Redewendung eine Person einfach begrüßt.
Britisches Englisch: Im britischen bedeutet es, „what‘s the problem“? (Wo ist das Problem?).

4. Man fragt in den USA, ob dort auf Waren „value added tax“ (Mehrwertsteuer) gezahlt werden muss. Welche Antwort könnte man erhalten?

Amerikanisches Englisch: In den USA wird auf der Ebene der Bundesstaaten auf Waren im Einzelhandel eine „sales tax“ erhoben.
Britisches Englisch: Im Vereinigten Königreich wird eine Mehrwertsteuer, „value added tax“ (VAT) erhoben.

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5. Man möchten einen amerikanischen Kollegen nach der „profit and loss account“ (Gewinn-und Verlustrechnung) fragen. Wie heißt es richtig?

Amerikanisches Englisch: Hier heißt die Gewinn- und Verlustrechnung „income statement“.
Britisches Englisch: Hier lautet die Antwort „profit and loss account“.

6. Ein britischer Kollege fragt seine amerikanische Assistentin, ob sie einen „rubber“ für ihn hat. Warum könnte das zu einem schweren Missverständnis führen?

Amerikanisches Englisch: „Rubber“ ist Slang für Kondom. Für Radiergummi sagt man „eraser“.
Britisches Englisch: In Großbritannien bedeutet „rubber“ Radiergummi.

Fazit

Für welche Varietät man sich als Lerner der englischen Sprache letzendlich entscheidet, ist Geschmackssache. Persönlich spreche ich das britische Englisch, weil mir die Aussprache viel besser gefällt.

Dennoch habe ich einige Einflüsse und Elemente des Amerikanischen, so dass ich in der Gesamtheit eine Mischung aus beiden spreche. Wie beschrieben, ist das im Privatleben alles nicht so dramatisch.

Niemand wird es einem in Großbritannien übel nehmen, wenn man nach candy statt nach sweets fragt. Anders sieht es im Business aus, hier sind sehr gute Englischkenntnisse ein Muss.


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Sladjan Lazic

Sladjan ist leidenschaftlicher Schreiber und Gründer von Karriereboss.de. Interessiert an den Themen Wirtschaft, Geschichte, Informatik und vielen anderen, schreibt er über gesellschaftliche Themen.