Arbeiten an Weihnachten: Warum ich gerne um vier Uhr an Weihnachten aufstehe

Für die große Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland ist spätestens seit Mittag des 24. Dezembers Schluss mit Arbeit. Die Weihnachtsvorbereitungen sind längst abgeschlossen und man kann gemütlich mit der Familie den Heiligabend verbringen. Viele verreisen über die Feiertage und gönnen sich einen Weihnachtsurlaub. Nicht so diejenigen, die an Weihnachten arbeiten. Arbeiten an Weihnachten ist für viele Beschäftigte in verschiedenen Berufen Pflicht und ganz normal. Dann werden die Kollegen zur einer Art Ersatzfamilie. Seit 2001 bin ich selbst im Sicherheitsdienst beschäftigt und das Arbeiten an Weihnachten war für mich, bis auf ein paar Jahre Pause, obligatorisch.

Arbeiten an Weihnachten

Warum ich gerne an Weihnachten arbeite und kein Problem damit habe, um vier Uhr aufzustehen.

Arbeiten an Weihnachten ist für diese Berufsgruppen normal

Für viele Arbeitnehmer ist Feiertagsarbeit unvorstellbar. Die meisten möchten doch zu Hause gemütlich mit der Familie oder Verwandten das Weihnachtsfest feiern. Schließlich steht man über das ganze Jahr unter Stress und muss Höchstleistungen im Job bringen. Der Dauerdruck führt nicht selten zum Burnout. Verständlich, dass die meisten mental schon vor dem 24. Dezember in Feiertags- und Urlaubslaune sind. Viele verbinden Weihnachten und Silvester zusammen und erholen sich ordentlich. Das alte Jahr wird abgeschlossen und verabschiedet und das Neue begrüßt.

Doch so einfach ist es für einen Teil der Arbeitswelt nicht. Manche Jobs müssen gemacht werden. Für diese Berufe und Berufsgruppen gehört das Arbeiten an Weihnachten einfach dazu:

  • Bus-, Bahn- und Taxifahrer
  • Feuerwehrleute
  • Krankenhauspersonal und Pfleger
  • Mitarbeiter im Winterdienst
  • Beschäftigte in der Pannenhilfe
  • Pfarrer/Pastoren
  • Beschäftigte in der Gastronomie

Dabei ist der Feiertagsdienst alles andere als entspannt. In deutschen Krankenhäusern geht es an Weihnachten genauso zu wie an regulären Tagen. Insbesondere macht der akute Personalmangel vielen Beschäftigten im Gesundheitswesen zu schaffen. Die Arbeit muss mit weniger Personal erledigt werden und das bedeutet vor allem lange Schichten und Überstunden.

Seit 2002 arbeite ich an Weihnachten

Mein erstes Arbeiten an Weihnachten ist mittlerweile sehr lange her. Es war der Winter 2002 und wir hatten relativ kalte Weihnachten. Ich war beim damaligen Arbeitgeber in der Nachtschicht eingeteilt. In diesem Artikel habe ich über das Ende der Beschäftigung dort geschrieben. Ich kann mich gut an Heiligabend 2002 erinnern. Ein dicker Nebel umhüllte ganz München-Unterföhring. Es war dermaßen neblig, sodass man in der Dunkelheit draußen fast nichts gesehen hat. Es war fast gespenstisch.

Ich weiß noch wie ich mich fast nicht traute die Außenrunde zu laufen. Neben der Kontrolle der Fenster musste ich die Außenempfänge und die Kellerräume kontrollieren. Natürlich hat ein gewissenhafter Wachmann immer eine Taschenlampe dabei. Dennoch, jeder der mitten in der Nacht an Heiligabend bei einem gespenstischen Nebel irgendwo umherirrt, weiß, wie gruselig sich das anfühlt. Doch da musste ich durch. Nach der Außenrunde hatte ich die Kontrolle der Untergeschosse und der Versorgungskanäle vor mir. In der Schicht war ich als Kontrollgänger, mein Kollege der Alarmverfolger und der Schichtführer. Das Gute an Feiertagsschichten ist, dass im Wachdienst, insbesondere Objektschutz, wirklich nichts los ist. Aber absolut gar nichts.

Das Arbeiten an Weihnachten ist eine willkommene Abwechslung zum stressigen Tagdienst. Damals haben wir in den Weihnachtsschichten über viele Jahre ausgiebig gekocht und es uns gut gehen lassen. Neben der Völlerei haben wir viel über das vergangene Jahr diskutiert und das nächste Jahr visualisiert. Ich für meinen Teil habe mich damals mit Büchern eingedeckt und viel über die Feiertage gelesen. Im Gegensatz zu heute gab es anno kein schnelles mobiles Internet und man konnte nicht in der Schicht nebenbei arbeiten – z. B. Blogartikel schreiben.

Auch heute arbeite ich noch an Weihnachten

Neben einer ruhigen und entspannten Arbeit war für mich damals wie heute der finanzielle Anreiz als Argument für Feiertagsarbeit wichtig. Denn, tariflich erhält man im Wach- und Sicherungsdienst einen steuerfreien Zuschlag von 100 Prozent. Man arbeitet also zwei Tage und bekommt vier ausbezahlt. Kein schlechter Deal. Wenn man alle Feiertage im Jahr zusammenzählt, erhält man allein durch die Zuschläge einen ganzen Monatslohn quasi als 13. Monatslohn.

Dieses Jahr habe ich mich freiwillig für den Weihnachtsdienst gemeldet und arbeite in der Tagschicht. Nach Weihnachten habe ich erstmal Urlaub über Silvester. Dann geht das Neue Jahr los. Dieser Blogartikel ist der letzte in diesem Jahr. Ab dem 13. Januar gibt es wieder neue Artikel hier auf dem Blog.

Nochmals frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Sladjan Lazic

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