Proaktiv statt reaktiv: Nimm die Dinge selbst in die Hand

Laut Duden bedeutet proaktiv: „Durch differenzierte Vorausplanung und zielgerichtetes Handeln die Entwicklung eines Geschehens selbst bestimmend und eine Situation herbeiführend.“ Alle erfolgreichen Menschen handeln proaktiv statt reaktiv.

Viele Menschen warten leider nur, dass eine bestimmte Erfolgssituation eintrifft. Falls diese dann nicht eintrifft, wird schnell ein Urteil gefällt und den externen Ursachen der Misserfolg in die Schuhe geschoben.

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In diesem Artikel zeige ich Dir wie Du die Proaktivität für Dich am besten im Beruf und Privatleben nutzen kannst.

Proaktiv statt reaktiv: Eine Bestandsanalyse

Nehmen wir das Thema Unzufriedenheit im Job. Du bist seit Jahren im selben Unternehmen beschäftigt und nicht wirklich zufrieden. Es gibt zwar durchaus gute und positive Tage, doch die meiste Zeit resignierst Du.

Da sind auf der einen Seite die Seilschaften zu denen Du immer dazugehören wolltest. Aber Du hast nicht das erforderliche Persönlichkeitsprofil und bist immer ein Außenseiter geblieben. Auf der anderen Seite sind da die Kollegen die ständig den Seilschaften in den Allerwertesten kriechen.

Dann ist da noch das Lager der „Opposition“. Das sind die Kollegen, die absolut auf Kriegsfuß mit den Seilschaften sind. Diese wiederum fordern ständig Demokratie und Mitbestimmung und rufen jedes Jahr zur Gründung eines Betriebsrates auf.

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Du stehst zwischen all diesen Fraktionen und gerätst immer wieder zwischen die Fronten. Man kennt Dich auch nur als einen passiven Menschen. Hin und wieder wird es Dir zu bunt und Du sagst Deine Meinung, doch Du bist nicht jemand der mal so richtig auf den Tisch haut.

Sowohl in der Arbeit als auch im Privatleben verhältst Du Dich – reaktiv. Statt zu agieren, reagierst Du. Unangenehmen Situationen gehst Du lieber aus dem Weg. Du bist am harmonischen Miteinander interessiert und lebst dieses aus. Konfrontationen gar, sind so gar nicht Dein Ding.

Und obwohl Deine Einstellung eine sehr humane ist, bringt sie Dich im Berufsleben nicht weiter. Das klingt leider hart, aber die Arbeitswelt braucht keine Humanisten, sondern durchsetzungsstarke Charaktere.

Unsere Welt und die Arbeitswelt haben sich in den letzten 150 Jahren wesentlich verändert. Wir haben einen enormen zivilisatorischen und technologischen Fortschritt hinter uns. Doch nach wie vor ist der Faktor Mensch die treibende Kraft hinter jeder Entwicklung.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Du proaktiv statt reaktiv agierst. Ein proaktiver Mensch ist in erster Linie ein selbständiger Mensch.

Proaktivität im Beruf

Die negativen Folgen Deiner Reaktivität können sich bei Lohnverhandlungen bemerkbar machen. Während andere Kollegen durch aktives Fordern mehr Geld für sich herausholen, bleibst Du passiv. Du gehst leer aus.

Gehen wir davon aus, dass die Lohnabschlüsse in Deiner Branche durch eine Gewerkschaft erzielt werden. Was für alle beschlossen wurde, gilt auch für Dich und Du bist bei der regelmäßigen Lohnerhöhung immer dabei. Soweit so gut.

Doch das was Du bekommst, ist stets die allgemeine inflationsbereinigte Lohnerhöhung. Anders gesagt, es ist das Minimum was in jeder Branche ausgehandelt wird. Neben der üblichen Erhöhung aber, gibt es noch einige Möglichkeiten um auf mehr Geld zu kommen.


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Du könntest Dich intern schulen lassen, z. B. zum Sicherheitsbeauftragten. Es könnte Dir außerdem mehr Verantwortung und mehr Geld bringen. Du könntest Dich informieren, inwieweit Dein Arbeitgeber eine außerbetriebliche Weiterbildung fördert.

Möglicherweise wird in einigen Monaten eine neue Meisterstelle geschaffen und man möchte keine externe Arbeitskraft einstellen. Stattdessen will man intern einen Mitarbeiter fördern und die Weiterbildung zum Meister bezahlen.

Vielleicht wird intern eine Führungskraft für einen neuen Bereich gesucht. Es wird jemand gesucht, der bereits viele Jahre im Unternehmen ist und die Abläufe sehr gut kennt. Für die neue Aufgabe wird eine ordentliche Portion Selbständigkeit und Durchsetzungsvermögen benötigt.

Wie sieht es aus? Wäre das etwas für Dich? Oder gibst Du Dich stets mit dem Minimum bei jedem Lohnabschluss zufrieden?

Proaktiv statt reaktiv bei der Arbeitssuche

Du suchst eine ganze Weile nach einer neuen Stelle. Täglich surfst Du Dich durch die Portale durch und hältst Ausschau nach einer für Dich passenden Stelle. Du verschickst täglich Bewerbungen. Jetzt würdest Du sicherlich sagen, dass Du proaktiv auf der Suche nach Arbeit bist.

Leider falsch. Warum? Ganz einfach, Du suchst nach Arbeitsstellen die Dir am Markt angeboten werden. In dieser Hinsicht ist Deine Suche eine reaktive Suche. Du reagierst auf eine Stellenanzeige. Doch Du könntest andere Wege gehen um einen Job zu finden.

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Wir alle kennen den klassischen Weg der Arbeitssuche. Das Stellenangebot finden, Bewerbung abschicken und auf Rückmeldung warten. Bei positiver Antwort erfolgt die Einladung zum Vorstellungsgespräch. War dieses auch erfolgreich, so kommt es zu einer Einstellung.

Doch es gibt Branchen in denen nicht mit klassischen Bewerbungen, insbesondere Bewerbungen per E-Mail, gearbeitet wird. Die Transportbranche ist eine solche Branche. Möchtest Du Dich als LKW-Fahrer bewerben, solltest Du nicht primär auf schriftliche Bewerbungen setzen.

Hier musst Du proaktiv statt reaktiv werden und von Tür zu Tür nach Arbeit suchen. Fahre direkt zu den Firmen und frage dort nach Arbeit. Jede Spedition oder ein Entsorgungsunternehmen hat eine Disposition. Sehr oft steht dort groß ausgeschrieben „Suchen Fahrer mit Führerscheinklasse CE.“

In solchen Branchen herrscht meistens eine lockere Atmosphäre und man wird Dich gleich duzen. Wenn Du ein sympathisches Auftreten hast, wird man umgehend den Chef verständigen. So bekommst Du sofort und unkompliziert ein Vorstellungsgespräch.

Hier kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Ich habe bisher zweimal auf diese Art und Weise einen Job gefunden. Beide Male bin ich ohne einen Termin zu einer Firma meiner Wahl hingegangen und habe direkt nach Arbeit gefragt.

Beide Male haben die Unternehmen Fahrer gesucht und ich bekam sofort ein Bewerbungsgespräch.

Proaktiv statt reaktiv in allen Lebenssituationen

Jeder erfolgreiche Unternehmer oder Sportler wird es bestätigen können: Ein erfolgreicher und produktiver Tag ist ein proaktiver Tag. Wenn Du in der Früh aufstehst, hast Du die Wahl. Du kannst sagen: „Noch ein weiterer Tag. Ich muss unbedingt schauen, wie ich diesen rumkriege.“

Du kannst den ganzen Tag einer Arbeit nachgehen die Du nicht magst und in der Du todunglücklich bist. Auch kannst Du von einem besseren Leben träumen und darauf warten, dass dieses eintrifft. Doch erfahrungsgemäß wird es von alleine leider nicht eintreffen.

Stattdessen könntest Du in der Früh nach dem Aufstehen zu Dir sagen: „Heute ist wieder ein Tag an dem ich meinem Traum einen Schritt näher komme.“ Du könntest während Deiner Arbeit darüber nachdenken, wie Du Deine persönliche Situation verbesserst.

Nach der Arbeit könntest Du nach einer besseren Arbeit suchen und Bewerbungen verschicken. Du könntest Dich neben dem Beruf weiterbilden. Ob eine Weiterbildung im Fernstudium oder eine persönliche Weiterbildung durch Fachliteratur und Internet.

Beides wird Dich weiter bringen. Durch Wissenszuwachs erhöhst Du Deine Chancen auf Verbesserung Deiner Lebenssituation enorm. Vielleicht findest Du eine für Dich interessante Geschäftsidee und kannst mit dem Aufbau einer Selbständigkeit beginnen.

Oder aber Du entdeckst eine Sportart oder ein Hobby, durch welches Du Deine Fähigkeiten und Talente weiter entwickeln kannst. Vielleicht willst Du einen Marathon laufen oder an einem Fahrradrennen teilnehmen.

Wie auch immer Deine persönliche Entwicklung aussehen mag, ohne eine proaktive Lebensweise, wird es nicht funktionieren. Möchtest Du immer noch nur den Tag rumkriegen oder lieber proaktiv statt reaktiv an einer besseren Zukunft arbeiten?

Fazit

Wären die heutigen Wirtschaftsgiganten so erfolgreich geworden, wenn ihre Gründer reaktive Menschen gewesen wären? Der erste Flug des Menschen ins Weltall wäre nie möglich gewesen, wenn die Menschheit reaktiv gewesen wäre.

Hätte ein reaktiver Johannes Gutenberg jemals den Buchdruck erfunden? Oder ein reaktiver Thomas Newcomen die Dampfmaschine? Hätte ein reaktiver Bill Gates Microsoft gegründet? Wohlkaum.

Die Liste der Beispiele könnte man endlos fortführen. Während die einen ihr ganzes Leben darauf warten und auf Glück im Beruf oder Privatleben hoffen, handeln andere. Während die einen nach jedem Versuch aufgeben, stehen die anderen auf und versuchen es immer wieder.

Einige Menschen suchen für Ihre Reaktivität immer wieder eine Ausrede, während proaktive Menschen einen Weg finden. Sie denken nicht über die Probleme, sondern über Lösungen nach. Proaktive Menschen nehmen auch Rückschläge in Kauf und lassen sich nicht von ihrem Ziel abbringen.

Merke Dir diesen Grundsatz und sei produktiv im Leben – sei proaktiv statt reaktiv.

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Sladjan Lazic

Sladjan ist leidenschaftlicher Schreiber und Gründer von Karriereboss.de. Interessiert an den Themen Wirtschaft, Geschichte, Informatik und vielen anderen, schreibt er über gesellschaftliche Themen.

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