Karriere als LKW-Fahrer: Ein Beruf mit vielen Klischees

Karriere als LKW-Fahrer„Wer nichts gelernt hat, macht seinen LKW-Führerschein und setzt sich aufn‘ Bock“, so lautet eines der meistverbreiteten Klischees über den Job des LKW-Fahrers. Auf der Autobahn ziehen sie einfach raus, überholen in kilometerlangen Elefantenrennen und beeinträchtigen damit den Verkehr auf der Autobahn. Wenn man an eine Karriere als LKW-Fahrer denkt, stellt man sich übermüdete und gestresste Kutscher vor. Der Job hat einen extrem schlechten Ruf. Im Jahr 2009 habe ich selbst die Klasse CE gemacht und somit den LKW-Führerschein erworben. In diesem Blogartikel habe ich über meine Zeit als LKW-Fahrer geschrieben.

In diesem Blogartikel bekommst Du wichtige Tipps über die Möglichkeiten einer Karriere als LKW-Fahrer.

Karriere als LKW-Fahrer: Der Beruf wird immer komplexer

Eine Karriere als LKW-Fahrer besteht nicht nur aus dem reinen Lenken eines Lastkraftwagens. Viele glauben, dass dafür keine Qualifikation erforderlich ist, was natürlich absolut falsch ist.

Um eine Karriere als LKW-Fahrer einzuschlagen, bedarf es einer dreijährigen Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer. Selbstverständlich müssen die Klassen CE absolviert werden.

Während der Ausbildung lernt man nicht nur, wie ein LKW zu lenken ist, sondern den Umgang mit Gefahrguttransport und wie man eine ordnungsgemäße Ladungssicherung durchführt. Der Berufskraftfahrer muss technisch versiert sein, um im Notfall den Reifen oder die Kardanwelle zu wechseln.

Karriere als LKW-Fahrer

Zu den weiteren Tätigkeiten zählt die Be- und Entladung eines Lastkraftwagens.

Durch die fortschreitende Digitalisierung wird die Karriere als LKW-Fahrer immer komplexer. Berufskraftfahrer müssen heute technik- und internetaffin sein und mit Notebooks, Tablets und Applikationen umgehen können.

Routen werden online auf das Tablet übermittelt, der Fahrer muss wissen, wie er diese bearbeitet.

Das Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz regelt explizit, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um Personen und Güter transportieren zu können.

Der Fahrer muss die Sozialvorschriften kennen, um nicht gegen die Lenk- und Ruhezeiten zu verstoßen. Hier drohen nämlich empfindliche Geldbußen.

Karriere als LKW-Fahrer: Ausbildung zum Berufskraftfahrer

Wer sich in jungen Jahren für eine Karriere als LKW-Fahrer entscheidet, wird in aller Regel die Ausbildung zum Berufskraftfahrer einschlagen.

Duale Ausbildung
Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist eine klassische duale Berufsausbildung, d. h. sie findet sowohl in der Berufsschule als auch im Ausbildungsbetrieb statt.

Für eine Ausbildung und die Karriere als LKW-Fahrer wird der Hauptschulabschluss gefordert.

Im ersten Ausbildungsjahr steht auf dem Lehrplan, wie man sich im Straßenverkehr mit dem LKW orientiert, Be- und Entladung des Fahrzeugs und welche Sicherheitsvorschriften zu beachten sind. Du lernst, wie Du eine Abfahrtskontrolle machst und eine Unfall- und Gefahrenstelle absicherst.

Doch eine Karriere als LKW-Fahrer besteht nicht nur aus praktischer Tätigkeit, der Papierkram gehört ebenso dazu. Die Fahrten müssen nach wirtschaftlichen Aspekten geplant werden, Leistungen dokumentiert und Abrechnungen erstellt werden.

Bevor der Lehrling den LKW im Straßenverkehr führen darf, muss er sich mit der Funktionsweise des Fahrzeuges vertraut machen. In der Ausbildung lernt man wie der Motor, das Fahrwerk sowie die mechanischen und elektrischen Systeme funktionieren.

Erst dann kann die praktische Fahrausbildung beginnen.

Es ist sehr wünschenswert und viele Unternehmen erwarten es, dass der Azubi bereits den Führerschein der Klasse mitbringt.

Für die Ausbildung als Berufskraftfahrer und eine Karriere als LKW-Fahrer musst Du zuverlässig und verantwortungsbewusst sein. Du beförderst wertvolle Güter und musst diese sicher ans Ziel bringen, ohne sie dabei Gefahren auszusetzen.

Als Quereinsteiger anfangen

Bis zum Jahr 2008 war es in der Tat so, dass man eine Karriere als LKW-Fahrer „nur“ mit dem Führerschein der Klasse C oder CE einschlagen konnte.

Man hat sich in der Fahrschule angemeldet, die ärztliche Untersuchung gemacht und in ein paar Monaten die Ausbildung in der Fahrschule absolviert. Nach der theoretischen Prüfung im Multiple-Choice-Verfahren und der praktischen Prüfung, hat man die Klasse CE erworben.

Fortan war man befähigt, alle schweren Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 40 Tonnen im Straßenverkehr zu lenken.

Im Jahr 2008 hat der Gesetzgeber durch das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) die Anforderungen wesentlich hochgeschraubt.

Grundqualifikation
Alle Fahrerinnen und Fahrer, die im gewerblichen Güterkraft- oder Personenverkehr tätig sind und die Fahrerlaubnis der Klassen D1, D1E, D, DE, C1, C1E, C oder CE nach dem 10.09.2008 (Bus) oder 10.09.2009 (LKW) erworben haben, benötigen die Grundqualifikation oder die beschleunigte Grundqualifikation.

Um die Voraussetzungen für eine Karriere als LKW-Fahrer zu schaffen, müssen diese bei der Industrie- und Handelskammer durch eine Prüfung erworben werden.

Hat man seine Fahrerlaubnis der Klasse CE vor dem 10.09.2009, erworben, so muss man alle 5 Jahre die Module besuchen, um seine Fahrerlaubnis zu verlängern.

Erst mit dem Eintrag der Schlüsselkennzahl 95 im Führerschein, darf ich gewerblich fahren.

Auch nach 2009 ist es möglich ohne die Qualifikationen aus dem BKrFQG einen LKW zu fahren, jedoch nur zu privaten Zwecken.

Spezialisierung: ADR-Bescheinigung

Karriere als LKW-FahrerHat man die Ausbildung zum Berufskraftfahrer oder die Fahrerlaubnis der Klasse CE in Verbindung mit der Berufskraftfahrer-Grundqualifikation in der Tasche, steht einer Karriere als LKW-Fahrer nichts mehr im Weg.

Möchte man sich auf Dauer beruflich weiterentwickeln, um an interessantere und besser bezahlte Jobs zu kommen, wird man um eine Spezialisierung nicht herum kommen. Der Gefahrgutführerschein oder die ADR-Bescheinigung ist ein Weg dieser Spezialisierung.

Hat man diesen in der Tasche, hat man damit die Erlaubnis, Gefahrgüter im Straßenverkehr zu befördern.

Mit der ADR-Bescheinigung hat man wesentlich höhere Verdienstmöglichkeiten als LKW-Fahrer.

Weiterbildung zum Geprüften Meister für Kraftverkehr

Hat man sich über Jahre eine erfolgreiche Karriere als LKW-Fahrer aufgebaut, so heißt es keineswegs, dass man auf immer und ewig hinter dem Steuer bleiben muss.

Die Weiterbildung zum Geprüften Meister für Kraftverkehr ist ein öffentlich-rechtlich anerkannter Abschluss nach dem Berufsbildungsgesetz.

Die Prüfung wird bundeseinheitlich vor dem Prüfungsausschuss einer Industrie- und Handelskammer abgenommen.

Als Meister für Kraftverkehr bist Du für die Beschaffung und Erhaltung des Fuhrparks, sowie die Betriebsüberwachung zuständig. Du sorgst dafür, dass Transportabläufe fachgerecht und pünktlich ablaufen.

Weiter bist Du für die Erstellung von Fahrplänen und die Übertragung von Fahraufträgen an die Fahrerinnen und Fahrer zuständig. Du kontrollierst die Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer sowie die Einhaltung von Sicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften.

Der Meister für Kraftverkehr überwacht die Kostenentwicklung des Fuhrparks und achtet darauf, dass das zugeteilte Budget eingehalten wird. Die Erstellung der Betriebsabrechnung und deren Auswertung gehört ebenso dazu.

Der Meister wirkt bei der Personaldisposition und der betrieblichen Ausbildung von Auszubildenden mit, um diese auf die Karriere als LKW-Fahrer vorzubereiten.

Neben dem Meister für Kraftverkehr stehen weitere Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung:

  • Fahrlehrer
  • Geprüfter Verkehrsfachwirt
  • Betriebswirt Verkehr/Logistik.

Nach einer erfolgreichen Karriere als LKW-Fahrer hat man somit vielfältige Möglichkeiten zum beruflichen Aufstieg.

Karriere als LKW-Fahrer – Fazit

Eine Karriere als LKW-Fahrer ist mit vielen Klischees und Halbwahrheiten gepflastert. Der Job des Kutschers ist sicherlich kein leichter, eine gewisse Belastbarkeit und Selbständigkeit wird vorausgesetzt.

Wer jedoch den Beruf mit Herzblut angeht, wird im Job Spaß haben und sich eine Karriere als LKW-Fahrer aufbauen können.

Wer sich als Gefahrgutfahrer spezialisiert, dem stehen sehr gute Verdienstmöglichkeiten offen.

Hat man nach Jahren genug vom Fahren, kann man sich zum Meister, Fahrlehrer, Verkehrsfachwirt oder Betriebswirt für Verkehr und Logistik weiterbilden.

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Sladjan Lazic

Sladjan ist leidenschaftlicher Schreiber und Gründer von Karriereboss.de. Interessiert an den Themen Wirtschaft, Geschichte, Informatik und vielen anderen, schreibt er über gesellschaftliche Themen.

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