In der weiten Welt studieren: 7 gute Gründe für ein Auslandssemester Anzeige

Viele Studierende spielen mit dem Gedanken, ein Auslandssemester zu absolvieren, um den Lebenslauf aufzufrischen und neue Erfahrungen zu sammeln. Hier erfährst Du sieben gute Gründe, warum sich ein längerer Aufenthalt im Ausland für Dich lohnen kann.

Gruende fuer Auslandssemester

1. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Im Studium geht es oft noch ruhig zu. Trotz Vorlesungen, Seminaren, Sport, Partys und Picknicks im Park hast Du während deiner Studienzeit noch viele Möglichkeiten, Deinen Alltag selbst zu gestalten. Diese Freiheit endet für viele Akademiker jedoch mit dem Ende des Studiums. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Beginn der eigenen Forschungslaufbahn
  • Promotion
  • eigene Kinder
  • pflegebedürftige Angehörige, zum Beispiel Eltern oder Großeltern
  • feste Partnerschaft
  • berufliche Anstellung
  • finanzielle Verpflichtungen
  • Bindung an einen festen Wohnort durch eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus

Vielen Berufstätigen fehlt die Zeit für einen längeren Aufenthalt in einem anderen Land, was das Kennenlernen von unbekannten Kulturen oft auf den Urlaub reduziert. Selbst eine Kultur- oder Sprachreise ist jedoch nicht dasselbe wie ein Auslandssemester.

Auch, wenn Du derzeit noch das Gefühl hast, alle Zeit der Welt zu haben: Bald hast Du vielleicht nicht mehr die Gelegenheit, für eine Weile im Ausland zu leben. Manche Uniabsolventen ärgern sich im Nachhinein, die Chance zu einem Auslandsaufenthalt nicht genutzt zu haben. Das Nachholen von einzelnen Unikursen, die es an deiner Wunschuni im Ausland nicht gab, ist dagegen oft eine Kleinigkeit.

Für einige Zeit in einem anderen Land zu leben, stellt immer einen Einschnitt dar. Ganz ohne Aufwand ist ein Auslandsaufenthalt nur schwerlich möglich. Solange Du noch studierst, ist der Zeitpunkt für einen längeren Auslandsaufenthalt jedoch für die meisten Personen günstiger als nach dem Studium.

2. Neue Erfahrungen unterstützen Deine persönliche Entwicklung

Ein längerer Auslandsaufenthalt konfrontiert Dich mit neuen Eindrücken und ermöglicht es Dir, Erfahrungen zu machen, die Dir anderweitig wahrscheinlich entgangen wären. Sogar Studierende, die nicht nur positive Erlebnisse während ihres Auslandssemesters hatten, sind im Nachhinein oft dankbar, dass sie daraus etwas gelernt haben und über sich selbst gewachsen sind.

Wenn Du Dich in einer unbekannten Umgebung befindest, hast Du die Möglichkeit, scheinbar selbstverständliche Dinge zu hinterfragen und Alternativen kennenzulernen. Viele Deutsche halten es für ein Klischee, dass sie pünktlich sind – bis sie im Ausland zum ersten Mal am eigenen Leib spüren, dass „drei Uhr“ eben nicht überall „drei Uhr“ bedeutet und es sehr unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, welche Verspätung zumutbar ist und welche nicht.

Erst durch das Aufbrechen von alten Gewohnheiten hast Du die Chance, Deine persönliche Haltung zu finden und nicht einfach nur etwas zu tun, weil alle es so machen. Ein Auslandsaufenthalt kann deshalb die Persönlichkeit stärken und Dir dabei helfen, dich selbst zu entdecken.

3. Ein Auslandspraktikum macht sich gut auf dem Lebenslauf

Auf dem Lebenslauf sieht ein Praktikum im Ausland oft gut aus und ist ein beliebtes Thema in Vorstellungsgesprächen. Mit einem Auslandspraktikum signalisierst du nicht nur fachliches Interesse, sondern auch weitere erwünschte Persönlichkeitseigenschaften wie:

  • Neugierde
  • Offenheit
  • geistige Flexibilität
  • räumliche Flexibilität
  • Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Umstände
  • Mut
  • Selbständigkeit
  • organisatorische Fähigkeiten.

Unabhängig davon, wie zukünftige Arbeitgeber ein Praktikum in Ausland bewerten, sammelst du auch beim Arbeiten in einem anderen Land Erfahrungen, die Du in dieser Form andernfalls vielleicht vermissen würdest. Denn auch der Umgang mit den Vorgesetzten, Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern unterscheidet sich je nach Land und bildet einen festen Bestandteil jeder Kultur.

Bei einem Auslandspraktikum kannst Du diese Arbeitskultur hautnah erleben und hast die Möglichkeit, ganz nebenbei neue Kontakte zu knüpfen. Ein weites soziales Netz kann in vielen Situationen von Nutzen sein – zum Beispiel, wenn du Unterstützung benötigst, neue Inspirationen suchst und dir deine Offenheit auch über das Studium hinaus bewahren möchtest.

Gruende fuer Auslandssemester

4. Sprachen intensiv und immersiv lernen

Um eine Sprache richtig gut sprechen zu lernen, musst Du in sie eintauchen. Im Ausland hast du meistens nicht die Möglichkeit, Dich auf Deutsch zu unterhalten und bist deshalb gezwungen, Dich permanent mit der neuen Sprache auseinanderzusetzen. Wenn Du nach dem Weg zur Mensa fragst, das richtige Wort für „Spüllappen“ suchst oder Dich mit einem Kommilitonen über Umweltpolitik unterhalten möchtest, benötigst Du ganz andere Vokabeln als im Schulunterricht.

Die richtige Verwendung von Redewendungen und typischen Sprechweisen lässt sich ebenfalls am besten vor Ort lernen. Du hörst unterschiedliche Sprecher und lernst dadurch leicht unterschiedliche Betonungen und Aussprachen kennen. Das ist beim Erlernen einer Fremdsprache nützlich, weil auch Muttersprachler oft einen leichten Dialekt besitzen und jeder Mensch ein klein wenig anders klingt.

Darüber hinaus ist niemand ein so guter Sprachlehrer wie eine Gesellschaft, die diese Sprache spricht. Im Alltag hörst Du immer wieder die richtige Aussprache von Begriffen und wirst ganz nebenbei mit der korrekten Grammatik konfrontiert. Wenn Dir etwas unklar ist, kannst Du schnell nachfragen. Mimik und Gestik in Konversationen von Angesicht zu Angesicht helfen ungemein, eine Fremdsprache richtig zu verstehen. So lernst du nebenbei auch unterschiedliche Konnotationen kennen – also beispielsweise, ob ein Begriff eher einen positiven oder negativen Unterton besitzt.

Manche Menschen lassen sich sogar auf das Abenteuer ein, eine völlig neue Sprache ohne jede Vorbereitung erst vor Ort zu lernen. Oft ist es jedoch sinnvoll, wenn Du die Sprache bei Deiner Ankunft bereits so weit verstehst, dass Du Dich zumindest grob verständigen kannst. Bei einem Auslandssemester wird von Dir eine Beteiligung an den Lehrveranstaltungen erwartet – und die ist fast unmöglich, wenn Du ohne Sprachkenntnisse ins kalte Wasser springst. Wenn ein längerer Auslandsaufenthalt nicht infrage kommt, stellt eine Sprachreise eine mögliche Alternative dar.

5. Du kannst ausprobieren, wo es Dir auf der Welt gefällt

Nicht alle Studierenden sehen ihre berufliche und persönliche Zukunft in dem Land, in dem sie geboren wurden oder gerade leben. Spielst Du mit den Gedanken, nach dem Studium auszuwandern und im Ausland noch einmal ganz von vorn anzufangen? Dann kann ein Auslandsaufenthalt für ein Semester Dir dabei helfen, für den Ernstfall zu proben und dieses Szenario unverbindlich zu testen.

Oft ist es in einem fremden Land ganz anders, als Du es dir vorgestellt hast. Selbst die besten Reiseführer und Erfahrungsberichte von Journalisten, Bloggern und Buchautoren können Dich nicht bis ins letzte Detail darauf vorbereiten, wie sich der Auslandsaufenthalt für Dich anfühlen wird – denn das ist sehr individuell.

Manche Studierende sind von ihrem Semester im Ausland so begeistert, dass sie am liebsten gleich dort bleiben würden, während andere nach und nach feststellen, dass sie mit der Kultur nicht warm werden oder ihnen die Nähe zu ihrer Familie mehr fehlt als sie dachten. Auch das ist jedoch eine wertvolle Erkenntnis.

6. Geringe Risiken und viele Möglichkeiten

Ein Auslandsaufenthalt während deiner Studienzeit ist mit relativ geringen Risiken verbunden. Ein Semester im Ausland ist oft gut geplant. Es gibt verschiedene Organisationen, die Dir dabei helfen, Dich auf deinen Auslandsaufenthalt vorzubereiten und die Dich darüber informieren, was Du hinsichtlich Visa und Krankenversicherung beachten musst.

Darüber hinaus profitieren Studierende von der Hilfsbereitschaft ihrer Kommilitonen. Unter Studierenden herrscht oft ein informeller Zusammenhalt, der sich über Ländergrenzen hinweg erstreckt. Es gibt fast immer jemanden, den Du um Hilfe bitten kannst, wenn Du freundlich und offen auf andere Menschen zugehst und Dich für die Unterstützung revanchierst.

Studierende sind gegenüber neuen Erfahrungen offener als die durchschnittliche Bevölkerung. Diese neugierige Grundeinstellung zieht nicht nur zahlreiche Studierende ins Ausland, sondern lässt die übrigen auch offen auf die „Fremden“ reagieren, die schon nach kurzer Eingewöhnungszeit viel weniger fremd sind. Gemeinsam zu lernen, sich über den jüngsten Liebeskummer hinwegzutrösten oder sogar in einer WG zusammenzuwohnen, verbindet einfach.

Manche Studierende schrecken vor einem Auslandsaufenthalt zurück, weil sie befürchten, dadurch zu viel Zeit zu verlieren. Allerdings sind viele Studiengänge inzwischen so strukturiert, dass Du Deine Credit Points und Scheine auch in Madrid, Tokio oder New York erwerben kannst. Wenn Du in England, Südafrika oder Israel alle Vorlesungen und Seminare belegen kannst, die für Deinen Studienabschluss verlangt werden, verlierst Du im Idealfall überhaupt keine Zeit. In manchen Fällen ist es lediglich erforderlich, einzelne Kurse nachzuholen.

Der schlimmste anzunehmende Fall besteht darin, dass Du ein halbes oder ein Jahr verlierst, weil alles ganz anders läuft als gedacht. Was Dir in einem jungen Alter vielleicht wie eine furchtbare Situation vorkommt, ist schon nach wenigen Jahren im Beruf oft völlig vergessen. Die neuen Erlebnisse, die Du während deiner Zeit im Ausland machst, lassen sich nicht in Credit Points messen oder auf Zeugnisse drucken – doch sie gehören trotzdem Dir und können eine Bereicherung für Dein Leben darstellen.

Durch ein Studiensemester im Ausland entsteht keine Lücke im Lebenslauf. Selbst wenn Du durch organisatorische Komplikationen letztlich länger studierst als geplant, kannst du in jedem Bewerbungsgespräch eine plausible Erklärung dafür liefern. Es kann durchaus vorkommen, dass sich Personaler in einem Auswahlgespräch nach den Gründen für eine längere Studienzeit erkundigen; allerdings solltest du eine entsprechende Frage nicht als grundsätzliche Kritik missverstehen und das Schlimmste befürchten. Im Gegenteil: Mit Deiner Auslandserfahrung kannst Du Dich von anderen Bewerbern positiv abheben.

7. Von den Stärken unterschiedlicher Unis profitieren

Obwohl es auch in Deutschland gute Hochschulen gibt, vereint keine Universität alle Vorteile, die die unterschiedlichen Bildungseinrichtungen weltweit für sich beanspruchen können. Wenn Du ein oder zwei Semester lang im Ausland studierst, kannst Du durch eine geschickte Auswahl Deiner Gastuniversität zumindest ein wenig mehr fachliche Diversität kennenlernen. Manche Universitäten besitzen eine lange Tradition und gelten insgesamt als sehr gut, zum Beispiel Oxford oder Cambridge in Großbritannien. Andere Unis sind für einen bestimmten Fachbereich berühmt oder können mit einem besonders renommierten Professor auftrumpfen.

Auch die Studienstadt und das Land, das Du bei Deinem Auslandsaufenthalt näher kennenlernst, verdienen Beachtung. Manche Städte wie Paris sind aufgrund ihrer romantischen und gleichzeitig modernen Atmosphäre sehr beliebt, doch auch eine Groß- oder Kleinstadt in Südamerika, China oder Australien kann reizvoll sein.

In einem anderen Land hast Du zudem die Möglichkeit, herauszufinden, ob es auch in Bezug auf Dein Studienfach Unterschiede zwischen den Kulturen gibt. Falls die Unterschiede zu groß sind, besteht zwar die Gefahr, dass es bei der Anrechnung von Kursen Probleme gibt – aber dafür hast Du einen ganz neuen Blickwinkel kennengelernt, der Dich möglicherweise auch fachlich weiterbringt und Dich anregt, Dich jenseits von ausgetretenen Pfaden zu bewegen.

Während Deiner Zeit im Ausland erhältst Du oft einen Einblick in das dortige Bildungssystem und kannst die unterschiedlichen Lehrmethoden miteinander vergleichen. In den USA herrscht beispielsweise oft ein Umgangston zwischen Studierenden und Professoren, der von Deutschen als sehr locker wahrgenommen wird, wohingegen in vielen asiatischen Ländern ein sehr hoher Respekt vor Autoritäten wertgeschätzt wird.

Manche Universitäten besitzen besonders gute Labors, andere tun sich durch herausragende Bibliotheken oder eine moderne IT-Ausstattung hervor, die in Deutschland auch heute noch nicht selbstverständlich ist. Durch ein Auslandssemester kannst Du in den Genuss solcher Vorteile kommen und daraus möglicherweise sogar einen Gewinn für Deinen persönlichen Lernerfolg ziehen.

Fazit: Ein Auslandsaufenthalt lohnt sich

Wie Du siehst, gibt es viele gute Gründe für ein Auslandssemester. Du weißt nicht, ob Du je wieder die Gelegenheit erhältst, verhältnismäßig unkompliziert für ein paar Monate oder ein Jahr im Ausland zu leben, ohne Dich langfristig zu binden oder ein hohes Risiko einzugehen. Die neuen Erfahrungen können Deine Persönlichkeitsentwicklung fördern und Deinen Lebenslauf bereichern.

Im Ausland vertiefst Du deine Fremdsprachenkenntnisse und kannst eine andere Kultur kennenlernen. Wenn Du darüber nachdenkst, in ein anderes Land zu ziehen, kannst Du das Auslandssemester als eine Art Probelauf betrachten. Darüber hinaus kannst Du an anderen Unis von ausgezeichneten Lehrmitteln, speziellen Fachbereichen oder exzellenten Dozenten profitieren, die es nicht überall gibt.

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