Arbeiten in Österreich: Berufliche Karriere in der Alpenrepublik

Viele Menschen zieht es zum Leben und Arbeiten in andere Länder. Manche wollen einfach nur eine neue Umgebung ausprobieren, andere werden von ihrem Arbeitgeber für einen bestimmten Zeitraum ins Ausland geschickt. Manche wiederum erhoffen sich bessere Jobchancen, weil sie im eigenen Land seit Jahren von der Arbeitslosigkeit geplagt werden und wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Zum Leben und Arbeiten in Österreich muss man als Deutscher keine neue Sprache lernen. Unser südlicher Nachbar hat eine starke und florierende Wirtschaft und geringe Arbeitslosigkeit. Auch wenn optimale Voraussetzungen zum Leben und Arbeiten in Österreich gegeben sind, sollte man den Auswanderungsschritt nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Arbeiten in Oesterreich

In diesem Blogartikel erfährst Du alles Wichtige rund um das Thema Auswandern sowie Leben und Arbeiten in Österreich.

Arbeiten in Österreich: Grundlegende Daten über das Land und die Wirtschaft

Die amtliche Bezeichnung lautet Republik Österreich. Österreich hat 8,8 Millionen Einwohner (Stand: 2018) und grenzt an Deutschland, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Ungarn, Italien, Schweiz und Liechtenstein. Das Land ist ein demokratischer und föderaler Bundesstaat sowie eine semipräsidentielle Republik mit neun Bundesländern. Österreich ist Mitglied der Vereinten Nationen, des Europarates, Gründungsmitglied der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie seit 1995 Mitglied der Europäischen Union. Die Amtssprache ist Deutsch, daneben existieren regionale Minderheitensprachen.

Neutralität
Österreich ist militärisch neutral und kein Mitglied der NATO.

Zum Leben und Arbeiten in Österreich bietet die dortige Wirtschaft sehr gute Bedingungen. Diese ist nach den Grundsätzen der sozialen Marktwirtschaft organisiert. Als ein hoch entwickeltes Industrieland verzeichnet Österreich ein sehr hohes Bruttoinlandsprodukt und rangiert nach dem globalen Wettbewerbsfähigkeitsindex des Weltwirtschaftsforums im Jahr 2017 auf Platz 19 von 138 Staaten. Der Dienstleistungssektor hat einen Anteil von 68 Prozent an der Gesamtwirtschaft, auf den Industriellen Sektor entfallen 30 Prozent sowie 2 Prozent auf die Land- und Forstwirtschaft.

Arbeiten in Oesterreich

Die Zahl der erwerbstätigen Bevölkerung betrug im Jahr 2013 4,1 Millionen und im Jahr 2018 betrug die Arbeitslosenquote 4,6 Prozent. Wien hat die höchste Arbeitslosigkeit von allen Bundesländern, Oberösterreich die niedrigste. Die wichtigsten Exportpartner sind Deutschland, Italien, die Vereinigten Staaten sowie China. Als Teil des europäischen Binnenmarktes und der Eurozone ist die österreichische Wirtschaft eng mit den EU-Volkswirtschaften verknüpft. Durch die gemeinsame Geschichte aus Zeiten der Habsburgermonarchie, ist Österreich mit Ungarn, der Tschechischen Republik sowie Slowenien und Kroatien eng verbunden.

Das Arbeiten in Österreich und der dortige Arbeitsmarkt unterscheiden sich etwas von dem in Deutschland. Es gibt keinen gesetzlichen Mindestlohn, dafür gibt es sogenannte Kollektivverträge. Diese erfüllen einen ähnlichen Zweck wie der Mindestlohn. Üblich sind das 13. und 14. Monatsgehalt, eine betriebliche Rente sowie die Erstattung von Fahrgeldkosten.

Arbeiten in Österreich: Die Einreise

Als Bürgerin und Bürger der Europäischen Union reist man mit dem Personalausweis oder Reisepass ein und genießt die Niederlassungsfreiheit. Allerdings besteht die Pflicht, sich innerhalb von drei Tagen nach Ankunft bei der zuständigen Behörde anzumelden.

Dies sind die Behörden:

Möchte man länger als drei Monate zum Leben und Arbeiten in Österreich bleiben, benötigt man eine Anmeldebescheinigung oder Daueraufenthaltserlaubnis. Ein Aufenthalt von mehr als drei Monaten setzt folgende Bedingungen voraus:

  • gültige Krankenversicherung
  • sozialversicherungspflichtige Arbeit oder
  • genügend finanzielle Mittel, um dem österreichischen Sozialsystem nicht zur Last zu fallen.

Weiterführende ausführliche Informationen zum Einwandern sowie Leben und Arbeiten in Österreich bietet die Migrationsplattform der österreichischen Bundesregierung.

Arbeiten in Österreich: Löhne, Gehälter, Lebenshaltungskosten

Nach Angaben von Statistik Austria sah das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen für unselbständig Erwerbstätige wie folgt aus:

 201520162017
Frauen in EUR20.33420.70621.178
Männer in EUR33.01233.35033.776

Mit dem Online-Gehaltskompass des AMS (Arbeitsmarktservice) lassen sich die Gehälter von fast 1.800 Berufen schnell berechnen. Der Arbeitsmarktservice bietet weitere Informationen rund um den Arbeitsmarkt und das Arbeiten in Österreich. Im Schnitt verdienen österreichische Arbeitnehmer brutto weniger als deutsche. Dabei sind Einkommen in Wien am höchsten und in Tirol am niedrigsten. Durch die unterschiedlichen Steuersätze können Nettogehälter jedoch höher ausfallen als in Deutschland. Das allgemeine Preisniveau und die Lebenshaltungskosten sind im Schnitt gleich hoch wie in Deutschland.

Burnout vermeiden

Lebensmittelpreise sind mittlerweile gleich hoch wie in Deutschland, bei den Kraftstoffpreisen hingegen kann man in Österreich sparen. Die geringeren Benzin- und Dieselpreise sorgen seit vielen Jahren für einen „Tanktourismus“. Bei den Wohnungsmieten gibt es – wie in Deutschland auch – ein starkes Gefälle zwischen den bevölkerungsreichen Regionen wie Wien, Graz, Salzburg und Linz. Dort sind die Mieten sehr hoch, wobei Wien der Spitzenreiter ist. Wenn man sich für das Arbeiten in Österreich entscheidet, sollte man sich überlegen, ob man nicht lieber in ländlichen Regionen wohnen möchte, da dort die Mieten moderat sind.

Weiterführende Informationen zu Einkommen und Preisen mit ausführlichen Statistiken bietet das Portal Statistik Austria.

Wenn man sich mehr als sechs Monate in Österreich aufhält, werden für die Einkünfte Steuern fällig. Eine Ausnahme bilden die Grenzgänger, diese versteuern ihren Verdienst in der Regel in Deutschland. Bevor man sich zum Leben und Arbeiten in Österreich entscheidet, sollte man sich bei der zuständigen Finanzbehörde über die geltenden Regeln informieren.

Österreicher und Deutsche

Arbeiten in OesterreichAls Deutscher wird man sich in Österreich aufgrund der gleichen Sprache nicht allzu viel umstellen müssen. Die Österreicher, insbesondere die Wiener, sind liebenswerte Menschen. Dennoch ist eine sorgfältig gepflegte Antipathie gegenüber „den Piefkes“ vorhanden. Als Piefke bezeichnet man umgangssprachlich, meist abwertend, einen Deutschen. In Deutschland ist die Bezeichnung ein Synonym für einen Wichtigtuer oder Prahler.

Doch die „Piefkes“ sind auch tüchtige, gewissenhafte und pünktliche Arbeitskräfte und auch in Österreich wertgeschätzt. Für das Arbeiten in Österreich ist dieser Vorteil sehr nützlich. Aktuelle Zahlen aus dem Jahr 2018 belegen, dass sich die meisten deutschen Arbeitnehmer, die in der EU leben, sich in Österreich niedergelassen haben. Die Zahl der Deutschen in Österreich beträgt damit 182.000. Damit sind die Deutschen die größte Ausländergruppe in Österreich. Vor 15 Jahren waren es noch 80.000. Auch die Zahl deutscher Studenten wächst. Hier sind viele sogenannte „Numerus clausus-Flüchtlinge“, die in der Heimat wegen des Notenschnitts keinen Studienplatz bekommen.

Auch wenn zum Leben und Arbeiten in Österreich die besten Voraussetzungen und geringe kulturelle Schranken gegeben sind, so sollte man sich dennoch der Tatsache bewusst sein, dass man auch in Österreich ein Gast ist. Belehrungen wie „das machen wir aber anders“ oder „das müsst ihr noch von uns lernen“, sind absolut fehl am Platz. Die Österreicher sind ein kleines, aber stolzes Volk.

Die Sprache: Austriazismen

In Österreich wird Deutsch gesprochen. Wer sich zum Leben und Arbeiten in Österreich niederlässt, wird hier jedenfalls keine Probleme haben. Dennoch gibt es sprachliche Besonderheiten und Unterschiede, auf die man achten sollte. Weißt Du, was ein Zumpferl ist? Am Ende der Tabelle erfährst Du es.

Hier sind 50 der gängigsten Austriazismen:

ÖsterreichischHochdeutsch
(die) SpeisSpeisekammer
JännerJanuar
AbgängigkeitsanzeigeVermisstenanzeige
AeroplanFlugzeug
akklamierenapplaudieren
Altjahrstag31. Dezember
AmtsentsetzungAmtsenthebung
AnanasErdbeere
anbazenzusammenrühren
AnsuchenAnfrage
AufholbedarfNachholbedarf
AussendungBescheid
AutobusBus
BankomatGeldautomat
BedienerinGebäudereinigerin
bedingte StrafeBewährungsstrafe
BeistrichKomma
BekleidungsgestalterMaßschneider
DienstzeugnisArbeitszeugnis
EierspeiseRührei
EinspracheEinwand
ExekutorGerichtsvollzieher
FußgeherFußgänger
JauseImbiss
KassaGeldkasse
KMB – Klein- und MittelbetriebeKMU - Kleine und mittelständische Unternehmen
MaturaAbitur
MessnerKirchendiener
MistplatzRecyclinghof
NachtmahlAbendbrot
Obacht!Achtung!
PalatschinkeCrêpe
PensionistRentner
PickerlPlakette, Prüfplakette
PostlerBriefträger
PresswurstPresssack
PunktationVorvertrag
RösterEspresso
SackerlBeutel
SackrodelSackkarre
SchwedenbombeSchaumkuss
SpitalKrankenhaus
StaubzuckerPuderzucker
StockbusDoppeldeckerbus
StoppelzieherKorkenzieher
StopptafelStoppschild
TramwayStraßenbahn
urgierendrängen
WickelStreit
ZumpferlUSB-Stick

Arbeiten in Österreich – Fazit

Innerhalb des europäischen Binnenmarktes ist es nicht schwer, sich zum Leben und Arbeiten in Österreich niederzulassen. Als Deutscher hat man den sprachlichen Vorteil sowie den guten Ruf als deutsche Arbeitskraft. Der österreichische Arbeitsmarkt bietet viele Chancen und gute Verdienstmöglichkeiten für gut ausgebildete Fachkräfte. Geografisch liegt Österreich nahe an Deutschland, sodass man nicht wirklich von der Heimat entfernt ist.

Vor der Auswanderung sollte man sich überlegen, ob man in eine Großstadt wie Wien oder doch lieber aufs Land ziehen sollte. Die Mietpreise in den Großstädten sind in den letzten Jahren sehr gestiegen und machen einen nicht unwesentlichen Anteil des Einkommens aus. Dagegen sind die Preise auf dem Land moderat und in einigen Regionen sogar sehr günstig.

Hast Du schon mal in Österreich gearbeitet? Wenn ja, teile Deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren. Gib uns eine Sternbewertung und hinterlasse einen Kommentar. Folge uns auf Facebook, Twitter und Pinterest.

Arbeiten in Österreich: Berufliche Karriere in der Alpenrepublik
5 (100%) 3 votes

Sladjan Lazic

Sladjan ist Blogger aus Leidenschaft und Gründer von Karriereboss.de. Interessiert an den Themen Wirtschaft, Geschichte und Informatik, schreibt er über Themen aus den Bereichen Arbeit, Karriere und digitale Medien. Zuvor war er 17 Jahre als Fachkraft für Schutz und Sicherheit in der Sicherheitswirtschaft tätig.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.