Blogparade: Warum blogge ich eigentlich?

Der Bloggerkollege und WordPress-Experte Pascal Prohl ruft zu einer Blogparade auf. Das Thema: Warum bloggst Du eigentlich? Dem Aufruf folge ich sehr gerne. Jede Bloggerin und jeder Blogger hat ganz unterschiedliche und persönliche Gründe für das Bloggen. Manche bloggen ganz aus Lust und Laune als Hobby, andere wiederum betreiben einen Blog rein kommerziell. Vielen geht es weniger ums Geld, sondern um Ruhm und Reichweite. Ganz andere verfolgen mit dem Blog gar politische Ziele. Im Februar 2017 habe ich diesen Blog gegründet und blogge seitdem regelmäßig über Karriere-Themen. In diesem Artikel werde ich meine Erfahrungen mit dem Bloggen, der Bloggersphäre und der kommerziellen Seite des Bloggens teilen. Auch erläutere ich, wie ich zum Bloggen gekommen bin, was mir am Bloggen gefällt, was mich stört und wie ich mir die Zukunft als Blogger vorstelle.

warum blogge ich

Die Passion für das Schreiben

Jeder Mensch auf diesem Planeten hat ein bestimmtes Talent. Der eine kann gut malen, der andere gut rechnen, ein anderer kann gut reden – ich kann schreiben. Damit meine ich nicht unbedingt, dass ich ein großartiger Autor im Rang eines Schriftstellers bin – aber ich schreibe für mein Leben gern. Bereits mit elf Jahren habe ich viele verschiedene Bücher gelesen und mir damals auf einem Stück Papier oder einem Block Notizen gemacht.

Sehr früh entdecke ich eine Passion für das Schreiben und verfasste kurze Texte.

Mit 14 Jahren – lange bevor ich meinen ersten Computer kaufte – kaufte ich mir meine erste Schreibmaschine. Es war ein Modell von Olympia, das ich damals im OTTO-Katalog bestellte. Habe ich mich wahnsinnig über die Maschine gefreut. Es war keine mechanische Schreibmaschine, sondern eine elektronische mit einem Farbband und einem einzeiligen analogen Display. Eine Art Mini-Computer. Auf dieser schrieb ich fleißig, bis ich sie irgendwann 1997 oder 1998 aufgab und verkaufte.

Wie bin ich zum Bloggen gekommen? Vom Mikroblogging zum Blogging

Mit dem Bloggen fing ich nicht plötzlich an. Dieser Prozess währte, wie zuvor erwähnt, seit der Kindheit. In den Jahren 2005 und 2006 hatte ich – bedingt durch einen meiner Arbeitskollegen – tatsächlich Ambitionen ein Buch zu schreiben. Nur waren die Möglichkeiten für einen angehenden Buchautor damals bei weitem nicht so gut wie heute. Damals musste man noch klassisch nach einem Verlag suchen, welches bereit wäre, sich das Manuskript anzuschauen und in den Druck zu gehen.

Kindle Direct Publishing gab es damals noch nicht und auch sonst keine Plattformen für die Veröffentlichung von eBooks. Von leistungsfähigen Anbieter von Zahlungsdienstleistungen wie Digistore24 ganz abgesehen. Blogs, die auf einem Content-Management-System laufen, wie wir sie heute kennen, waren damals auch selten. Einen Blog in WordPress in nur fünf Minuten zu installieren, daran war damals nicht mal zu denken. Ich für meinen Teil machte im Herbst 2006 meine ersten Schritte in HTML und wusste nicht so recht, wohin die Reise gehen wird. Webdesign war für mich eben nur ein Hobby.

Angst vor Digitalisierung

Erst 2009 stand meine erste CSS-formatierte Website fertig. Auf dieser fing ich dann an, erste kleine Blogartikel zu veröffentlichen. Ganz ohne ein CMS, alles in HTML geschrieben. Jeder neue Artikel, eine neue HTML-Seite. Es war meine kleine digitale Welt, in der ich meinen Content schuf. Ich fühlte mich stolz, meinen ersten Mikroblog zu besitzen.

Das war mein eigentlicher Beginn des Mikrobloggings.

In den Folgejahren dachte ich über weitere Projekte nach und zog es in Erwägung, einen professionelleren Blog auf Basis eines Content-Management-Systems aufzubauen. Ich wollte einen Blog über das Betriebssystem GNU/Linux aufbauen, doch dieses Projekt verwarf ich wieder. Ab 2015 kam mir die Idee, mit einem eigenen YouTube Kanal zu starten. Doch dies sollte ich erst Ende 2017 verwirklichen.

Der Beginn des kommerziellen Bloggens

Nach vielen Jahren des Zögerns, beschleunigte ich Anfang 2016 das Tempo und fing an, mir eine berufliche Selbständigkeit aufzubauen. Wie es dazu kam, habe ich diesem Blogartikel geschrieben. Über viele Monate habe ich mir das nötige Wissen über Selbständigkeit und verschiedene Business-Möglichkeiten im Internet angeeignet. Unzählige Ratgeber, Bücher, Blogartikel und YouTube Videos habe ich über den Sommer verschlungen.

Im Herbst hatte ich schon mal so viel Wissen, um die grobe Richtung meines Businesses zu bestimmen.

Ich fange mit einem Blog an.

Meine Planung sah wie folgt aus:

  • Blog aufbauen
  • Guten Content liefern
  • Reichweite aufbauen
  • Blog monetarisieren (AdSense, Affiliate)
  • Blog-Business ausbauen und digitale Produkte anbieten

Ab November 2016 fing ich an, mir das nötige Wissen über WordPress anzueignen und die ersten Installationen durchzuführen. Ich spielte mit verschiedenen Themes herum und schließlich fang ich Anfang 2017 eine für mich passende Nische. Am 17.02.2017 launchte ich den Karriere-Blog Karriereboss. Nach anfänglich fünf Artikeln veröffentlichte ich wöchentlich einen Artikel. In den Folgemonaten lernte ich eine Menge über Suchmaschinenoptimierung und Online-Marketing. Denn, der beste Blog nützt nichts, wenn er nicht gefunden wird.

Auch wenn ich die Besucherzahlen anfangs quasi an der Hand abzählen konnte, so konnte ich innerhalb kürzester Zeit nach zwei Monaten bereits erste Einnahmen durch Affiliate erzielen. Darüber habe ich am ersten Geburtstag des Blogs in diesem Artikel geschrieben. Innerhalb eines Jahres konnte ich die Besucherzahlen vervierfachen. Es kamen die ersten geschäftlichen Anfragen von Online-Agenturen und ich erzielte erste Einnahmen mit Sponsored Posts.

Was mich am meisten motiviert zu bloggen ist die Tatsache, dass ich meine Passion für das Schreiben endlich unter ein Dach bringen konnte. Sehr gerne denke ich an die Zeit zurück, in der ich den Blog voller positiver Erwartung aufgebaut habe.

Was mich am Bloggen stört?

Wo Licht ist, das ist auch Schatten. Natürlich ist die Bloggerwelt nicht eine heile Welt, in der alle Häuser in Klein-Bloggerhausen bunt angemalt sind. Bloggen ist vor allem ein knallhartes Business. Man hat das Gefühl, dass monatlich ein Dutzend neuer Blogs nur so aus dem Boden sprießen. Durch die relativ einfache technische Umsetzung, kann heute buchstäblich jeder für ein paar Euro im Monat einen Webspace mieten, ein CMS wie WordPress installieren und sofort mit dem Bloggen loslegen. Wogegen auch nichts einzuwenden ist.

Was mich persönlich massiv stört, sind die vielen unseriösen Anfragen – sowohl Direktanfragen per E-Mail als auch Anfragen auf sozialen Netzwerken. Da möchten Online-Agenturen Dir einen Dofollow-Link unterjubeln und nichts dafür bezahlen. Und alles schön verpackt mit Formulierungen wie:

Wir erstellen für Dich einen hochwertigen Artikel auf unsere Kosten.

Der eine oder andere Bloggeranfänger fällt auf so etwas herein. Nervig sind auch Facebook- und Twitter-Anfragen von Bloggern für einen Gastbeitrag. Da schaue ich dann auf den Blog des Anfragenden und stellte fest, dass sein Blog seit gerade zehn Tagen online ist. Und last but not least, hat Pascal den Linkgeiz in seinem Artikel erwähnt. Da gibt es tatsächlich Blogger, die hinterlassen einen Kommentar mit einer URL zum eigenen Blog. Soweit so gut. Wenn ich dann in seiner Kommentarfunktion nachschaue, stelle ich fest, dass er URL‘s auf seinem Blog nicht zulässt.

Was mich demotiviert? Der Reichweitenverlust in der ersten Hälfte des Jahres 2019 hat mich ziemlich demotiviert. Ob ich darüber nachdachte aufzuhören? Nein, niemals.

Wie sieht die Blogger-Zukunft aus?

Der Blog ist ein wichtiger Pfeiler meiner selbständigen Tätigkeit im Internet. Durch die erreichte Reichweite kann ich andere Projekte promoten. Auch habe ich wichtige Kontakte gerade wegen dem Blog geknüpft. Dennoch ist es nicht mein Hauptbusiness und soll es auch nicht werden. Im Jahr 2017 habe ich mir enorm viel Wissen im Bereich SEO angeeignet. Ende 2018 fing ich im Fernstudium eine Weiterbildung als Zertifizierter SEM-Manager & Webanalyst bei der Webmasters Akademie an und beendete diese im Februar 2019.

Im Mai 2019 habe ich meine Webagentur Webnumerus gegründet und baue diese kontinuierlich aus.

Die Leserinnen und Leser von Karriereboss dürfen sich in den nächsten zwei Jahren auf einen Relaunch des Karriere-Portals freuen. Mit einem neuen Design und einer zielgenaueren thematischen Ausrichtung.

Sladjan Lazic

Sladjan ist Blogger aus Leidenschaft und Gründer von Karriereboss.de. Interessiert an den Themen Wirtschaft, Geschichte und Informatik, bloggt er seit 2017 über Arbeit, Karriere und digitale Medien. Zuvor war er 16 Jahre als Fachkraft für Schutz und Sicherheit tätig.
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