Die Zukunft der Bürotürme ist durch Corona ungewiss

Noch immer gelten Hochhäuser als Symbol der wirtschaftlichen Kraft eines Landes und als Markenzeichen des Kapitalismus. Rund um den Globus – von New York bis Shanghai – sind unzählige Business-Kolosse aus dem Boden gestampft worden. Doch in Zeiten wie diesen, in denen Massen ins Home-Office geschickt werden, wird die Zukunft der Bürotürme hinterfragt.

„Es wird niemals eine Rückkehr zur Normalität geben.“

Über den Geschmack lässt sich natürlich streiten. Für manche gelten Bürohochhäuser als architektonische Protzerei, für andere sind sie ein Inbegriff von wirtschaftlicher Macht. Allerdings ist es in vielen Bürotürmen in Corona-Zeiten still geworden. Führungskräfte und Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus. Die Zukunft von Abermillionen von Tonnen Glas und Beton steht auf dem Spiel. Denn, es wird davon ausgegangen, dass auch nach der Corona-Krise viele Angestellte die durch das Home-Office gewonnene und entdeckte Freiheit weiterhin nutzen und nicht in Büros zurückkehren. Ja, vielmehr wird von einem radikalen Wandel der Arbeitswelt ausgegangen. Jes Staley, der Chef der britischen Bank Barclays äußerte sich folgendermaßen: „Wir werden Wege finden, um für eine viel längere Zeit mit mehr Distanz zu arbeiten.“ Die luxuriösen Büroräume seines Unternehmens im Londoner Bankenviertel Canary Wharf haben Platz für 7000 Mitarbeiter.

Auch andere Konzerne denken ähnlich. Sowohl der US-Konzern Twitter als auch der französische Autobauer PSA erwägen, Mitarbeitern dauerhaft Home-Office zu gestatten. Über viele Jahre konnte sich die Heimarbeit nicht etablieren. Doch die Corona-Krise sorgte für eine schnelle Reaktion und nach einigen Wochen scharfer Maßnahmen wird klar, dass Home-Office funktioniert. Als ob uns eine Wahl bliebe, so mitten in der Krise. Alex Ham, Co-Chef des Börsenmaklers Numis Securities, sagte: „Es wird niemals eine Rückkehr zur Normalität geben.“ Der britischen Zeitung „The Telegraph“ sagte er, „dass es der Vergangenheit angehört, von Montag bis Freitag ins Büro zu gehen.“ Doch was sich nach Hiobsbotschaften lies, könnte sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern zugutekommen. Horrende Mieten in Innenstädten könnten vermieden werden und beide Seiten profitieren von höherer Produktivität und sinkenden Fehlzeiten der Mitarbeiter.

Sladjan Lazic

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