Corona-Schock: Dem Bund droht ein Steuerloch von 100 Milliarden Euro

Nach der weltweiten Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 füllten sich die öffentlichen Kassen zunehmend. Doch in der Corona-Krise und der drohenden Rezession scheint damit vorerst Schluss zu sein. Das Bundesfinanzministerium geht davon aus, dass die aktuelle Krise den Staatshaushalt schwer belasten wird und die Steuereinnahmen um Dutzende Milliarden Euro sinken.

Neue Schulden reichen nicht

Wie der SPIEGEL berichtet, rechnet der Bund in diesem Jahr mit gut 100 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen als noch vor Jahresende 2019 vorhergesagt. Die vom Bundesfinanzministerium in Berlin veröffentlichte Prognose des Arbeitskreises Steuerschätzungen geht von diesem Szenario aus. Es wird ein Minus an Steuereinnahmen von mehr als zehn Prozent erwartet. Demzufolge sinken die Steuereinnahmen drastischer als in der Finanzkrise 2008. Für die kommenden Jahre dürfte sich die Situation nicht bessern, dem Staat entgehen gut 315 Milliarden Euro an Steuern.

Die Frühjahrsprojektion von Bundeswirtschaftsminister Peter Atmaier (CDU) von Ende April geht davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 6,3 Prozent schrumpfen wird. Diese Entwicklung wird nicht nur die Umsatz- und Gewerbesteuer einbrechen lassen, sondern auch die Einkommensteuer. Die bisher geplanten 156 Milliarden Euro an neuen Schulden werden wohl nicht ausreichen, um die verheerenden Pandemie-Folgen abzufedern.

Sladjan Lazic

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